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Der "TECHNO" Klasse statt Masse? Es war einmal...

Verantwortlicher Autor: Harald Leuschner Hemmingen, 26.04.2020, 22:05 Uhr
Presse-Ressort von: Harald Leuschner Bericht 7634x gelesen
Semi analoges Handwerkszeug eines DJs Anno 1990, 2x Technics SL-1210MK2+Mischpult
Semi analoges Handwerkszeug eines DJs Anno 1990, 2x Technics SL-1210MK2+Mischpult  Bild: Harald Leuschner

Hemmingen [ENA] Die sogenannte elektronische Tanzmusik als Sammelüberbegriff mit deren mittlerweile fast unzählbaren Stilrichtungen fand ihren Ursprung in den 1970er- und 1980er- Jahren hauptsächlich in Europa. Aus Synth.Pop, New Beat und House-Musik entwickelte sich dan die Blütezeit im Verlauf der 90er- Jahre.

Eine eigene Art von Jugendkultur war rund um die neue Tekkno-Houseszene inklusive eigenwilliger Modetrends entstanden, die geliebt und gelebt wurde. Aus ehemaligen Kultnamen wie Jean Michel Jarre, Kraftwerk, Depeche Mode oder Yello die Pionierarbeit im Bereich melodiöser Synthesizer-Musik inspirierten, etablierten sich schnell die neuen gottähnlichen Vinyl DJ-Größen. Alias Sven Väth, Talla 2XLC, Marusha, WestBam, Marc Spoon uvm... um nur einige der deutschen Virtuosen zu benennen. Es herrschte Aufbruchstimmung, viele neue Trend-Clubs wie das Omen in Frankfurt, der Tresor in Berlin oder das OZ in Stuttgart luden zum Tanz bis in die frühen Morgenstunden. Das aha-Erlebnis der wummernden Bässe und der hypnotischen Beats war ekstatisch.

Schnell wurden die kommerziellen Vorzüge der aufstrebenden Welle erkannt und zielstrebig aufgesprungen. Mittlerweile vom Mainstream angenommen, spielten sogleich auch die eher konservativen Radiosender Kreuzungen zwischen Techno, Hip House und Pop und wurden mit Vertretern wie 2 Unlimited oder Culture Beat weitläufig unter dem Begriff "Dancefloor" vermarkted. Etwa 1994 schafften es erste Trance-Produktionen in die Charts und es wurden vermehrt Pop-Songs veröffentlicht, deren Geschwindigkeit und Rhythmus sich an Techno orientierte wie z.B. Dune oder Scooter. Nebenerscheinungen mit BumBum Verbalmüll warn keine Ausnahme mehr. Parallel entwickelten sich härtere Gangarten wie Hardcore oder Hardhouse auch in Amsterdamm, Den Haag und Rotterdamm.

Andere Einflüsse wie Minimal Techno und Acid House oder ein besonders eigenes Profil entwickelte der Psychedelic Trance (auch Goa oder Psytrance) fanden eine sehr große Beliebtheit unter den Anhängern. Unter dem Schlagwort "Electronic Dance Music (EDM)" wird heute eine insbesondere für das Massenpublikum in den USA konzipierte "kommerzielle" Variante von House verstanden, wie sie von DJs wie David Guetta, Calvin Harris, Bob Sinclar uva. vertreten wird. EDM und Underground verbindet heute nichts mehr miteinander. Angefangen mit einer kleinen Loveparade in Berlin bis dato heute, war es eine tolle Entwicklung und weltweite Bereicherung der neuen Musikszene. Leider befindet sich der ehemalige positive Grundgedanke auf dem Sterbebett...

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